Nun war es soweit, die Wochen des Fieberns waren vorbei und der große Tag für Sandra und Felix war gekommen. Mein Tag startete parallel zu Sandra – ich stand morgens auf, aß eine Kleinigkeit, quetschte mich in mein Flamingokleid und auf ging’s für mich nach Dresden, wo ich herzlich bei Sandras Eltern empfangen wurde. Sandra saß derweil schon vor der großen Spiegelwand im Badezimmer und wurde geschminkt und frisiert. Aufregung? Fehlanzeige. Mir schien es so, als sei sie endlich angekommen. Nur war dieses Gefühl noch nicht bei allen Anwesenden zu spüren, so wuselten lauter Frauen um Sandra herum um sie mit Sekt, Tee oder auch Brötchen zu versorgen. Sandra ließ das alles kalt.

Nun ist es so, dass ich Sandra, ihre Familie, den Bräutigam und auch viele der geladenen Freunde & Verwandte schon kenne. Als ich damals nach Dresden kam und in der Altmarktgalerie arbeitete, war es nämlich Sandras Trauzeugin Tascha, die mich als aller erstes für ihre Hochzeit buchte. So lernte ich damals, vor 5 Jahren im Mai, schon alle kennen die ich auch heute bei der Trauung wiedersehen sollte. Für mich also auch ein wichtiger Tag, bei dem ich nicht nur fotografisch dabei war, sondern auch Gast war. Ein gutes Gefühl. Und erst recht, wenn man schon so früh dabei sein darf und miterlebt, wie die Freundin sich für ihren großen Tag zurecht macht. In ihr Brautkleid hüpft und von der einen zur nächsten Sekunde, mit dem Aufsetzen des Schleiers, zur Braut wird.

Natürlich sollte auch Felix bei seiner morgendlichen Aufregung fotografiert werden. Doch als Tascha und ich bei Felix ankamen, wurden wir nur von einem tiefenentspannten Kaffeetrinker empfangen. Mein Eintreffen war für ihn quasi der Startschuss jetzt doch endlich mal seinen Anzug anzuziehen. An Felix Seite war Fabi, der ihm als Trauzeuge zu Hilfe war. Aber auch hier, keine Aufregung zu spüren. Ich hatte ehrlichgesagt mit etwas mehr Nervenkitzel gerechnet!

Aber man sagt ja immer „besser spät als nie“ und so bekam ich meine Aufregung im Gesicht des Bräutigams noch. Als wir nämlich kurz vor der Trauung immer noch auf einen Teil der Familie warteten, während die Kirchenglocken schon die Trauung eröffneten, war auch Felix dezent in Panik. Diese Panik war aber vergessen und verwandelte sich in pure Vorfreude, als Sandra von ihrem Vater in die Schlosskapelle geführt und letztendlich ihrem Ehemann übergeben wurde.

Ich muss Euch nicht erzählen, dass wenn man im Schloss Moritzburg heiratet man ganz genaue Vorstellungen von der Trauung hat. Man wünscht sich etwas emotionales, etwas pompöses, etwas atemberaubendes – keine 08/15-standard-Standesamt-Rede – und genau das hat uns der Pfarrer gegeben. Eine wahnsinnig schöne Trauung die besser nicht hätte laufen können. Sie war sehr persönlich auf das Leben der Beiden abgestimmt und hat sogar dem Vater von Felix ein Tränchen in die Augen gejagt.

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.

Nach der Trauung folgten unzählige Glückwünsche und das Gruppenbild. Ich wusste ja schon, dass das Brautpaar im Anschluss an die Fotos mit einer Kutsche überrascht werden sollte – war dann aber selber überrascht, wie schön diese Kutsche war. Es war wie im Märchen… ohne das das Brautpaar es groß mitbekam, stand plötzlich eine Weiße Kutsche mit 2 weißen Pferden vor uns. Ich durfte an der romantischen Kutschfahrt ebenfalls teilhaben und so ein paar ganz intime Momente des frisch vermählten Paares miterleben. Wir nutzen die kurze Fahrt auch für ein paar Fotos an historisch bekannten Orten, wie dem Fasanenschlösschen und dem kleinen Leuchtturm am See.

In der Zwischenzeit hatten die beiden Trauzeugen allerhand zutun. Sie verkauften Lose für die anstehende Tombola, versorgten die Gäste mit Getränken und Häppchen und bereiteten das nächste Spiel für unsere Ankunft vor. Nach ca. 1 Stunde war die Kutschfahrt dann auch wieder vorbei und der Kutscher setzte uns wieder vor der Schlossküche, in der gefeiert wurde, ab. Allerdings durfte das Brautpaar nicht kurz pausieren, sondern wurde direkt mit Nagelscheren bestückt um das obligatorische Lakenherz zu zerschneiden. Ihr werdet auch an den Fotos deutlich sehen, wer schneller beim schneiden war 🙂

Eine wunderbare Rede von Felix eröffnete das Buffet. Eine typisch russische Überraschung folgte in Form von verkleideten Gästen, die als Kellner für die Hochzeitssuppe fungierten. Übrigens wurde das Buffet und auch die Bewirtung von hochzeit-ost.de organisiert. Ich kannte den Service ja schon, und weiß nun auch endlich welche Personen dahinter stehen. Es sind ebenfalls Freunde der Familie und das hat man in so kleinen Details auch gespürt. Wirklich, überall wo man hinsah – es war Liebe darin. Und so wunderte es auch nicht, das der weitere Abend voller lieber Gesten war. So folgte auf die emotionale Rede der Trauzeugen die Auswertung der Tombola, wo jeder einen kleinen Preis mit nach Hause nehmen durfte. Ebenso folgte der romantische Eröffnungstanz, der in seiner Ausführung nur noch vom Vater-Tochter-Tanz getoppt wurde. Auch ließ Felix es sich nicht nehmen mit seiner Mutter einen flotten Walzer aufs Parkett zu legen. Beneidenswert!

Zu später Stunde wurde dann noch mal richtig die „Sau rausgelassen“. Felix Mutter saß am Keyboard und fing an alte Partylieder zu spielen & zu singen. Eine echte Rampensau legte los und niemand blieb auf den Stühlen sitzen. Die Tanzfläche wurde bis in die frühen Morgenstunden gerockt und für uns ging der Abend um kurz vor 3 zuende.