Der Morgen eurer Hochzeit ist selten geschniegelt, leise und perfekt getaktet. Irgendwo sucht jemand die Ringe, die Trauzeugin öffnet Sekt, der Bräutigam kämpft mit der Krawatte und plötzlich ist da dieses Kribbeln: Heute wird geheiratet. Genau deshalb liebe ich es, das Getting Ready bei der Hochzeit zu fotografieren. Nicht, weil jede Wimper einzeln dokumentiert werden muss, sondern weil hier eure Vorfreude ganz ungefiltert zu sehen ist.
Diese Bilder erzählen später oft mehr als ein hübsches Detailfoto. Sie zeigen eure Lieblingsmenschen, kleine Nervosität, große Umarmungen und die Minuten, bevor aus euch Braut und Bräutigam werden. Damit dabei eine echte Reportage entsteht und kein morgendlicher Fototermin, helfen ein paar Entscheidungen schon bei eurer Planung.
Am Nachmittag läuft vieles schnell: Trauung, Gratulationen, Gruppenbilder, Essen, Reden, Tanz. Beim Getting Ready gibt es dagegen noch Zwischenräume. Eure Schwester zupft den Schleier zurecht. Der Papa schaut zum ersten Mal seine Tochter im Brautkleid an. Der beste Freund probiert zum dritten Mal, das Einstecktuch ordentlich zu falten – und behauptet dabei sehr überzeugend, er hätte alles im Griff.
Das sind keine Momente, die man groß ankündigen kann. Sie passieren einfach. Eine gute Hochzeitsreportage hält sie fest, ohne dass ihr euch ständig umdrehen oder etwas wiederholen müsst. Ich bewege mich dabei ruhig durch den Raum, beobachte und greife nur dann ein, wenn ein kleines bisschen Ordnung dem Bild wirklich hilft.
Getting Ready Bilder passen besonders gut zu einer Halb- oder Ganztagsbegleitung. Bei einer kurzen Standesamtreportage liegt der Schwerpunkt meist auf Ankunft, Trauung und Gratulation. Das ist absolut richtig so, wenn ihr klein feiert oder euer Budget bewusst an anderer Stelle einsetzen möchtet. Wollt ihr den Tag aber vom ersten Kaffee bis zum wilden Tanzabend als Geschichte bewahren, ist der Morgen ein Kapitel, das viel Gefühl mitbringt.
Plant für die fotografische Begleitung beim Getting Ready ungefähr 60 bis 90 Minuten ein. Das bedeutet nicht, dass ihr so lange geschniegelt auf einem Stuhl sitzen müsst. Im Gegenteil: Idealerweise komme ich, wenn Haare und Make-up bereits sichtbar Form angenommen haben, aber noch nicht alles abgeschlossen ist.
Bei der Braut ist das oft etwa eine bis eineinhalb Stunden vor dem Anziehen des Kleides. So entstehen Aufnahmen vom Styling, von euren Details und von den Menschen um euch herum. Danach bleibt genug Zeit für den emotionalen Moment mit Kleid, Schmuck und vielleicht dem ersten Blick von Mama, Papa oder euren Freundinnen.
Beim Bräutigam reichen manchmal 30 bis 45 Minuten, denn Hemd, Hosenträger und Jackett gehen meist etwas flotter. Wenn ihr euch getrennt fertig macht und beide Perspektiven möchtet, braucht es eine gute Ablaufplanung. Je nach Entfernung und Zeitfenster kann eine Fotografin zwischen euch wechseln, oder es ist sinnvoll, eine zweite fotografische Begleitung einzuplanen. Beides funktioniert – es hängt davon ab, wie wichtig euch die parallelen Geschichten sind und wie entspannt euer Vormittag bleiben soll.

Wenn die Fotografin erst kommt, wenn das Kleid schon geschlossen ist und der Chauffeur hupt, fehlt der Luft zum Beobachten. Kommt sie viel zu früh, fotografiert sie möglicherweise hauptsächlich Lockenwickler, offene Koffer und Menschen mit Frühstücksbrötchen im Mund. Das kann charmant sein, muss aber zu euch passen.
Ein kurzer gemeinsamer Zeitplan vorab nimmt hier Druck raus. Wichtig sind die Uhrzeit für Haare und Make-up, das Anziehen, eine mögliche Fahrtzeit und natürlich der Beginn eurer Trauung. Ich rechne lieber mit einem kleinen Puffer. Hochzeiten halten sich nämlich nur sehr selten an einen Minutenplan – und das ist völlig normal.
Ihr müsst für schöne Bilder keine Suite mit Kronleuchter mieten. Ein ruhiges Hotelzimmer, euer Zuhause, eine Ferienwohnung oder das Gästezimmer eurer Eltern können wunderbar funktionieren. Entscheidend ist vor allem Tageslicht.
Sucht euch einen Raum mit einem oder mehreren großen Fenstern. Helles, weiches Licht schmeichelt Hauttönen und lässt die Bilder freundlich und natürlich wirken. Sehr dunkle Räume oder Zimmer mit grellem Deckenlicht machen es schwieriger, sind aber kein Weltuntergang. Dann arbeite ich mit dem, was da ist, und setze bei Bedarf zusätzliches Licht dezent ein. Trotzdem gilt: Wenn ihr wählen könnt, nehmt das helle Zimmer.
Ein kleiner Realitätscheck hilft ebenfalls. Die schönste Altbauwohnung wirkt auf Fotos schnell unruhig, wenn auf jeder Fläche Taschen, Verpackungen und Kleidung liegen. Ihr müsst nicht geschniegelt wohnen wie in einem Möbelkatalog. Legt nur vorher alles, was ihr nicht im Bild haben möchtet, in eine Ecke oder in ein Nebenzimmer. Eine freie Fensterfläche, ein aufgeräumter Stuhl für das Kleid und ein ruhiger Platz für die Details reichen oft schon.

Ringe, Schmuck, Schuhe, Parfum, Papeterie, Blumen, Manschettenknöpfe oder die Uhr des Opas: Diese Kleinigkeiten erzählen etwas über euren Tag. Legt sie gern in einer kleinen Box oder auf einem Tablett bereit. Dann kann ich sie am Anfang kurz fotografieren, während das Styling weiterläuft und niemand warten muss.
Bitte kauft dafür aber nicht plötzlich zehn neue Dinge, nur weil sie auf Hochzeitsfotos hübsch aussehen könnten. Die bedeutungsvollsten Details sind oft die, die sowieso bei euch sind. Vielleicht trägst du den Ring deiner Oma, vielleicht hat dein Partner eine handgeschriebene Nachricht eingesteckt oder ihr habt eure Einladungen selbst gestaltet. Das sind die Dinge, die auch in zwanzig Jahren noch etwas auslösen.
Bei Kleid und Anzug lohnt sich ein stabiler, schlichter Bügel. Der Drahtbügel aus der Reinigung darf gern zu Hause bleiben – er macht tapfer seinen Job, ist aber auf Fotos selten der Star.
Das Getting Ready wird besonders schön, wenn ihr euch mit den Personen umgebt, bei denen ihr nicht performen müsst. Das können zwei enge Freundinnen sein oder eine ganze Truppe. Kleinere Runden sind oft ruhiger und lassen intime Bilder zu. Größere Gruppen bringen dafür mehr Energie, Gelächter und kleine chaotische Szenen mit. Beides hat seinen Reiz.
Sagt euren Lieblingsmenschen vorher kurz, dass fotografiert wird. Nicht, damit sie geschniegelt stillstehen, sondern damit sie wissen: Sie dürfen da sein, helfen, lachen und sich einfach freuen. Wer wirklich nicht fotografiert werden möchte, darf das selbstverständlich sagen. Eine gute Reportage braucht keine überfahrenen Grenzen.
Ein Tipp, der erstaunlich viel verändert: Wählt Kleidung, in der sich eure Begleitung wohlfühlt und die halbwegs zusammenpasst. Das muss kein identischer Morgenmantel für alle sein. Ruhige Farben, keine riesigen Logos und ein bisschen Abstimmung genügen. Viel wichtiger als der Look ist ohnehin, dass niemand beim Anziehen des Brautkleides plötzlich noch im Schlafshirt mit Comicdruck im Hintergrund steht – außer genau das entspricht eurem Humor. Dann bitte unbedingt so lassen.
Das Anziehen des Brautkleides ist kein Programmpunkt, den man möglichst schnell abhaken sollte. Plant dafür etwa 20 Minuten ein. So bleibt Raum, wenn ein Knopf störrisch ist, der Reißverschluss kurz klemmt oder ihr einfach einmal durchatmen möchtet.
Überlegt euch vorher, wer euch helfen soll. Mama, Schwester, Trauzeugin oder vielleicht der Papa? Es gibt hier kein richtig und falsch. Entscheidend ist, bei wem ihr euch wohlfühlt. Wenn ihr euch beim Anziehen lieber zurückzieht, ist das genauso in Ordnung. Ich fotografiere dann vorher die Details und halte später euren fertigen Look fest.
Auch ein First Look kann direkt nach dem Getting Ready stattfinden. Das ist besonders praktisch, wenn ihr euch vor der Trauung bewusst Zeit zu zweit nehmen möchtet. Bei einer Hochzeit in Dresden, Radebeul oder im Umland lässt sich oft eine ruhige Ecke an der Location finden, bevor die Gäste eintreffen. Ihr gewinnt damit nicht nur schöne Bilder, sondern einen echten Moment nur für euch.
Ihr müsst beim Getting Ready nichts spielen. Redet miteinander, hört eure Musik, trinkt Kaffee oder Sekt, wenn euch danach ist, und lasst auch die Aufregung zu. Niemand sieht auf euren Bildern später, ob der Lippenstift beim ersten Versuch saß. Aber man sieht, ob ihr euch sicher und verbunden gefühlt habt.
Ich gebe euch nur dort kleine Hinweise, wo sie wirklich nützen: vielleicht das Kleid näher ans Fenster hängen, beim Anziehen einen Schritt ins Licht gehen oder die Verpackung vom Boden wegnehmen. Danach dürft ihr euren Morgen leben. Gerade wenn ihr euch vor der Kamera eher unwohl fühlt, ist das die beste Methode. Ihr habt etwas zu tun, seid mit euren Menschen zusammen und merkt nach kurzer Zeit kaum noch, dass ich fotografiere.
Bei Mittagsfoto ist genau das mein Anspruch: Ich bin vorbereitet, behalte die Zeit im Blick und bin gleichzeitig die Person, die euch notfalls einen Haargummi reicht, den Sektverschluss auffängt oder kurz daran erinnert, einmal tief durchzuatmen.
Euer Getting Ready muss nicht makellos aussehen, um wunderschön zu sein. Es darf wuseln, es darf rühren, es darf auch mal eine Träne und einen schief gebundenen Schlips geben. Wenn ihr euch diesen Morgen nicht voller To-dos baut, sondern als ersten gemeinsamen Teil eures Hochzeitstags versteht, entstehen Bilder, die sich später nicht wie Kulisse anfühlen – sondern wie ihr.
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Warum analoge Hochzeitsfotos wieder im Trend sind - Hochzeitsfotografin Dresden ♥ Mittagsfoto
11. September 2026
[…] liebt gutes, weiches Licht. Das kann Fensterlicht beim Getting Ready sein, Schatten unter Bäumen, die goldene Stunde oder ein heller Platz in der Nähe eurer Trauung. […]