Kein neues Fotostudio – und warum sich das für mich genau richtig anfühlt

Manchmal braucht eine Entscheidung einfach ein bisschen länger. Als ich vor über einem Jahr in meinen neuen Laden in Radeberg gezogen bin, war eigentlich klar: Natürlich kommt hier auch wieder ein Fotostudio rein.

Der Platz war da, die Hintergründe waren da, Dekoration, Technik, Schwangerschaftskleider, kleine Outfits für Babys – eigentlich alles. Es fehlte nur noch der Moment, an dem ich anfange, alles einzurichten.

Dieser Moment kam nicht.

Und inzwischen weiß ich auch, warum: Ich möchte gar kein neues Fotostudio mehr.

Nach über einem Jahr ohne Fotostudio ist die Entscheidung gefallen

Über ein Jahr lang habe ich den hinteren Bereich meines Ladens immer ein bisschen als zukünftiges Studio betrachtet. Irgendwann würde ich schon anfangen. Irgendwann würde ich die Hintergründe aufbauen, meine Sachen sortieren und wieder Platz für Familien-, Baby- und Schwangerschaftsshootings schaffen.

Nur hatte ich nie wirklich das Bedürfnis danach.

Stattdessen habe ich gemerkt, dass sich mein beruflicher Alltag längst verändert hat – und zwar in eine Richtung, die mir unglaublich gut gefällt.

Deshalb habe ich jetzt eine Entscheidung getroffen: Es wird kein neues Fotostudio mehr geben.

Zumindest nicht auf absehbare Zeit. Und tatsächlich fühlt sich dieser Satz überhaupt nicht traurig an. Im Gegenteil. Es fühlt sich eher so an, als hätte ich endlich aufgehört, an einem Plan festzuhalten, der längst nicht mehr zu meinem Leben passt.

Mein Brautmodenladen hat einiges verändert

Einen großen Anteil daran hat ganz eindeutig mein Brautmodenladen liebgewonnen in Radeberg.

Als ich den Laden eröffnet habe, war die Brautmode für mich ein neuer Weg neben meiner Fotografie. Inzwischen merke ich, wie gut mir genau dieser Teil meiner Arbeit gefällt. Die Beratungen, die Kleider, die Gespräche mit meinen Bräuten und überhaupt die ganze Hochzeitswelt drumherum haben einen Platz eingenommen, den ich so ursprünglich gar nicht geplant hatte.

Und während dieser neue Weg immer größer wurde, ist ein anderer ganz automatisch ein Stück in den Hintergrund gerückt: die klassische Studiofotografie.

Nicht, weil ich keine Familien, Paare oder Babybäuche mehr fotografieren möchte. Sondern weil ich gemerkt habe, dass ich dafür kein Studio mehr brauche.

Familien-, Paar- und Schwangerschaftsfotos wird es weiterhin geben

Ich höre also nicht mit der Portraitfotografie auf. Ihr könnt mich auch weiterhin für Familienfotos, Schwangerschaftsfotos und Paarshootings buchen.

Nur eben anders.

Diese Shootings möchte ich künftig vor allem in den wärmeren Monaten und draußen anbieten. Auf Feldern, im Wald, in der Dresdner Heide, am Wasser oder an einem anderen Ort, der zu euch passt.

Und wenn ich darüber nachdenke, passt das eigentlich sogar viel besser zu meiner Art zu fotografieren. Ich mochte schon immer Bilder, die lebendig und natürlich aussehen. Kinder dürfen laufen, Paare dürfen miteinander Quatsch machen und niemand muss auf einem Studioboden an einer Markierung stehen und in die Kamera lächeln.

Das Fotostudio verschwindet – die Portraitfotografie nicht.

babybauchfotos in radeberg bei dresden

Mein Fokus: Hochzeitsfotografie und Kindergartenfotografie

Fotografisch möchte ich mich in Zukunft vor allem auf die beiden Bereiche konzentrieren, die inzwischen den größten Teil meiner Arbeit ausmachen: Hochzeiten und Kindergärten.

Als Hochzeitsfotografin begleite ich Paare weiterhin in Dresden, Radeberg, Bautzen und ganz Sachsen. Dabei geht es mir nach wie vor um echte Momente und komplette Geschichten statt um eine Aneinanderreihung gestellter Bilder. Mehr über meine Arbeit und meine liebsten Orte für Hochzeitsfotos in Dresden findet ihr natürlich hier auf meinem Blog.

Der zweite große Bereich bleibt die Kindergartenfotografie. Auch dort passt meine Art zu fotografieren inzwischen viel besser zu dem, was ich machen möchte: Kinder dürfen Kinder sein und ich möchte Erinnerungen schaffen, die nicht nach dem klassischen steifen Kindergartenfoto aussehen.

Alle Informationen dazu findet ihr auf meiner separaten Seite für Kindergartenfotografie in Radeberg, Dresden und Umgebung.

Und was passiert jetzt mit meiner ganzen Studioausstattung?

Wer schon einmal ein Fotostudio hatte, weiß vermutlich, wie viel Zeug sich über die Jahre ansammelt.

Und ich habe wirklich viel.

Dekoration, Körbe, Hintergründe, Requisiten, Technik und jede Menge Dinge, die ich irgendwann einmal unbedingt für irgendeine Shootingidee brauchte. Dazu kommen zahlreiche Schwangerschaftskleider und kleine Babykleidchen, die über die Jahre Teil meines Studios geworden sind.

Das alles werde ich nun nach und nach durchgehen, fotografieren und verkaufen. Vieles davon wird vermutlich bei Kleinanzeigen landen. Das wird kein riesiger Ausverkauf an einem Wochenende, sondern eher ein Prozess – denn allein alles zu sortieren, zu fotografieren und einzustellen wird eine Weile dauern.

Aber irgendwann darf das alles weiterziehen.

Und ehrlich gesagt freue ich mich sogar darauf, dass die ganzen Dinge, die bei mir inzwischen hauptsächlich Platz wegnehmen, vielleicht bei anderen Fotograf:innen wieder regelmäßig zum Einsatz kommen.

Der hintere Raum bleibt trotzdem voll

Wer jetzt glaubt, dass ich danach plötzlich einen wunderbar leeren, minimalistischen Raum hinter meinem Brautladen habe, kennt mich schlecht.

Der hintere Bereich von liebgewonnen bleibt nämlich Lager und Werkstatt.

Neben Kleidern, Verpackungen und allem, was im täglichen Ladenbetrieb eben irgendwo hinmuss, nimmt dort noch ein anderer Teil meiner Arbeit ordentlich Platz ein: meine Brautstraußverewigungen aus Epoxidharz.

Das Konservieren und Eingießen von Brautsträußen ist wunderschön, aber eben auch aufwendig. Die Blumen müssen vorbereitet und getrocknet werden, das Arbeiten mit Harz braucht Platz und die einzelnen Arbeitsschritte brauchen Zeit.

Mein Hinterzimmer ist also auch ohne Fotostudio sehr gut gefüllt – und das wird vermutlich noch lange so bleiben.

Und das ist gut so.

Man darf seine Pläne auch einfach ändern

Vielleicht ist das am Ende die eigentliche Erkenntnis aus der ganzen Sache.

Nur weil man etwas viele Jahre gemacht hat, muss man es nicht für immer machen. Und nur weil beim Einzug geplant war, dass hinten irgendwann wieder ein Fotostudio entsteht, muss ich diesen Plan nicht umsetzen, wenn er inzwischen überhaupt nicht mehr zu mir passt.

Mit liebgewonnen, meiner Hochzeitsfotografie in Dresden und der Kindergartenfotografie habe ich drei Bereiche gefunden, die mir gerade unglaublich viel Freude machen und mehr als genug Platz in meinem Arbeitsalltag einnehmen.

Familien, Paare und werdende Eltern verschwinden trotzdem nicht vor meiner Kamera. Wir treffen uns künftig einfach draußen – bei gutem Wetter, schönem Licht und mit deutlich mehr Platz zum Herumtoben.

Das Kapitel Fotostudio darf dagegen erst einmal enden.

Und irgendwie fühlt sich genau das gerade verdammt richtig an.